
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solar, Mini-PV oder Plug-in-Solar) besteht aus 1–4 Solarmodulen (400–800 Watt peak) und einem Mikrowechselrichter der den Gleichstrom in Haushaltsstrom (230V/50Hz) umwandelt. Das Gerät wird mit einem Schukostecker in eine Steckdose eingesteckt – der erzeugte Strom reduziert direkt den Netzbezug.
Smart-Home-Integration: Verbrauch und Erzeugung sehen
Energiemonitor am Stromzähler
Das Shelly Pro 3EM oder EM (ca. 80–100 Euro) ist ein smarter Energiemonitor der direkt am Sicherungskasten installiert wird und Erzeugung und Verbrauch jeder Phase misst. In Home Assistant oder der Shelly-App siehst du in Echtzeit: Wie viel produziert mein Balkonkraftwerk? Wie viel verbrauche ich? Wie viel speise ich ein?
Hoymiles + OpenDTU: Mikrowechselrichter mit API
Hoymiles-Mikrowechselrichter (Marktführer bei Balkonkraftwerken) können mit einem selbstgebauten DTU (Data Transfer Unit, Raspberry Pi oder ESP32 mit OpenDTU-Firmware) ausgelesen werden. OpenDTU sendet Erzeugungsdaten direkt an Home Assistant – kostenlos, lokal, ohne Cloud.
Eigenverbrauch maximieren
Das Ziel: Geräte dann einschalten wenn das Balkonkraftwerk Strom produziert. Smarte Steckdosen (Shelly, TP-Link Tapo) können per Automation eingeschaltet werden wenn die Solar-Erzeugung einen Schwellwert überschreitet:
- Waschmaschine startet automatisch wenn 400W Solarleistung vorhanden ist
- Spülmaschine läuft wenn Sonne auf dem Balkon scheint (Helligkeitssensor)
- E-Auto wird bevorzugt mittags geladen wenn Solarleistung maximal ist
- Akku-Powerstation lädt tagsüber via Solar, versorgt abends Geräte
Rechtliches: Balkonkraftwerk anmelden
Seit September 2023 (Solarpaket I in Vorbereitung) gilt in Deutschland: Balkonkraftwerke bis 800 Watt müssen nur noch im Marktstammdatenregister angemeldet werden (10 Minuten online, kostenlos). Keine Genehmigung vom Netzbetreiber mehr nötig. Für Mietwohnungen gilt: Vermieter darf Balkonkraftwerk nicht mehr pauschal verbieten (BGH-Urteil).